Die 10-Punkte-Website-Checkliste für Unternehmer
Die meisten Unternehmer haben ihre Website noch nie systematisch überprüft. Diese 30-Minuten-Checkliste zeigt Ihnen genau, was funktioniert - und was Sie still und leise Anfragen kostet.
Themen
Die meisten Unternehmenswebsites werden gebaut, veröffentlicht und dann sich selbst überlassen. Das Design veraltet, die Texte werden schal, neue Seiten entstehen ohne Plan, und niemand prüft, ob die Website eigentlich ihren Job macht. Dabei empfängt sie täglich Besucher - von denen manche Kunden geworden wären, wenn die Website es einfacher gemacht hätte.
Ein Website-Audit erfordert keine technischen Kenntnisse und keine teuren Tools. Es erfordert eine strukturierte Herangehensweise und die Bereitschaft, die eigene Website mit fremden Augen zu betrachten: als jemand, der zum ersten Mal kommt, auf dem Smartphone, ohne jedes Vorwissen über Ihr Unternehmen.
Diese Checkliste deckt die 10 Punkte ab, die am direktesten beeinflussen, ob Ihre Website Anfragen generiert. Sie brauchen dafür 30 Minuten, einen Browser und ein Smartphone.
Vor dem Start
Halten Sie diese Tools bereit. Alle sind kostenlos und für den Grundgebrauch ohne Konto nutzbar:
- Google PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev) - testet Ihren Mobile- und Desktop-Speed-Score
- Google-Suche - geben Sie `site:ihredomain.de` ein, um zu sehen, wie Ihre Seiten in den Suchergebnissen erscheinen
- Ein Inkognito-Browserfenster - entfernt gecachte Daten und den eingeloggten Zustand, damit Sie sehen, was ein neuer Besucher sieht
- Ihr eigenes Smartphone - kein verkleinertes Desktop-Browserfenster. Nutzen Sie das Gerät, das Sie täglich verwenden.
Die 10-Punkte-Prüfung
1. Mobile-Speed-Score
Gehen Sie zu Google PageSpeed Insights und geben Sie Ihre Homepage-URL ein. Prüfen Sie den Mobile-Score - nicht Desktop. Grün (90–100) ist gut. Gelb (50–89) hat Optimierungsbedarf. Rot (unter 50) bedeutet, dass Sie aktiv Besucher verlieren: Google-Daten zeigen, dass 53 % der mobilen Nutzer eine Seite verlassen, die länger als 3 Sekunden lädt.
Testen Sie auch Ihre wichtigste Service- oder Produktseite - nicht nur die Homepage. Die Performance variiert stark zwischen Seiten, und die Homepage ist selten der Ort, an dem Conversions stattfinden.
2. Wertversprechen above the fold
Öffnen Sie Ihre Homepage in einem Inkognito-Fenster auf dem Smartphone. Können Sie ohne zu scrollen sagen: Was macht dieses Unternehmen, für wen ist es und warum sollte mich das interessieren? Ein erstmaliger Besucher hat weder Geduld noch Kontext. Wenn der Hero-Bereich nicht sofort alle drei Fragen beantwortet, verlassen die meisten Besucher die Seite, bevor sie scrollen.
Typische Fehler: Slogans, die gut klingen, aber nichts aussagen ("Wir bringen Sie voran"), Stockfotos, die zu jedem Unternehmen passen könnten, kein Hinweis darauf, für wen das Angebot wirklich gedacht ist.
3. Erreichbarkeit des Kontakts
Zählen Sie die Klicks, die es braucht, um Sie von der Homepage aus zu kontaktieren. Ein Klick ist gut. Zwei sind akzeptabel. Drei oder mehr bedeutet, dass Sie am wichtigsten Moment Reibung erzeugen. Prüfen Sie auch: Ist Ihr Kontaktweg auf dem Smartphone sichtbar, ohne zu scrollen? Eine im Footer versteckte Telefonnummer kostet Ihnen Anfragen von Menschen, die bereit wären zu schreiben, aber nicht danach suchen.
4. Vertrauenssignale
Betrachten Sie Ihre Website mit frischen Augen: Welche Belege liefert sie dafür, dass Sie kompetent und zuverlässig sind? Prüfen Sie: namentliche Kundenstimmen mit Foto oder Unternehmen (Initialen zählen nicht), erkennbare Kundenlogos, Zertifizierungen oder Auszeichnungen, eine sichtbare Team-Seite oder Gründer-Bio, Bewertungsdurchschnitte von Google oder Trustpilot. Allgemeines Lob ohne Zuordnung ist fast wertlos. Spezifische, namentliche Testimonials sind es umso mehr.
5. Jede Seite hat einen klaren nächsten Schritt
Klicken Sie fünf Seiten Ihrer Website an: Homepage, eine Leistungsseite, eine Über-uns-Seite, einen Blogartikel falls vorhanden und Ihre Kontaktseite. Fragen Sie sich auf jeder: Was ist die eine Sache, die diese Seite von mir will? Wenn die Antwort nicht sofort klar ist - wenn drei CTAs konkurrieren oder gar keiner vorhanden ist - ist diese Seite eine Sackgasse für alle, die nicht ohnehin fest entschlossen sind.
6. Mobile Navigation
Öffnen Sie die Website auf Ihrem eigenen Smartphone und navigieren Sie zu Ihren Leistungen und zur Kontaktseite. Sind die Tap-Targets groß genug? Funktioniert das Hamburger-Menü reibungslos? Überlappen sich Links oder stehen sie zu eng beieinander? Testen Sie mit dem Daumen - nicht dem Zeigefinger. Wenn die Navigation frustriert, verlieren Sie mobile Besucher genau im Moment der größten Kaufabsicht.
7. Google-Erscheinungsbild
Suchen Sie in Google nach `site:ihredomain.de`. Ihre Seiten erscheinen so, wie Google sie der Welt zeigt - Titel, URL und Meta-Beschreibung. Prüfen Sie: Beschreiben die Titel jede Seite treffend? Sind Meta-Beschreibungen abgeschnitten oder fehlen ganz? Zeigen Seiten generische Titel ("Startseite" oder nur der Firmenname)? Was hier erscheint, ist Ihr erster Eindruck in den Suchergebnissen - und die meisten Unternehmen haben das noch nie überprüft.
8. SSL-Zertifikat und HTTPS
Zeigt Ihre Website in der Adressleiste ein Schloss-Symbol und beginnt mit `https://`? Falls nicht - oder falls das Klicken auf das Schloss "Nicht sicher" anzeigt - wird Ihre Website von Browsern als unsicher markiert. Google nutzt HTTPS als Rankingsignal. Wichtiger noch: Besucher sehen die Sicherheitswarnung und verlassen die Seite. Das ist ein grundlegendes Glaubwürdigkeitsproblem, das seit Jahren kostenlos zu beheben ist.
9. Analytics-Setup
Haben Sie Google Analytics (oder ein gleichwertiges Tool) installiert und schauen tatsächlich rein? Wenn Sie nicht wissen, wie viele Menschen Ihre Website besuchen, welche Seiten sie aufrufen oder woher sie kommen, navigieren Sie blind. Öffnen Sie Ihr Analytics und prüfen Sie: Wie viele Sitzungen hatten Sie in den letzten 30 Tagen? Welche Seiten erhielten den meisten Traffic? Wie hoch ist Ihre Absprungrate? Wenn Sie diese Fragen nicht aus eigenen Daten beantworten können, ist das die erste Lücke zu schließen.
10. Defekte Links und 404-Seiten
Defekte Links sind unsichtbar, bis sie Sie kosten. Ein Besucher, der auf einen toten Link klickt, erhält einen 404-Fehler - und die meisten verlassen die Seite, statt zurückzunavigieren. Nutzen Sie den Coverage-Bericht in der Google Search Console, um defekte Links zu finden. Prüfen Sie außerdem: Bietet Ihre 404-Seite einen hilfreichen nächsten Schritt, oder ist sie nur eine Fehlermeldung?
Auswertung
Geben Sie sich 1 Punkt für jeden Prüfpunkt, den Ihre Website klar besteht. 0 für alles, was nicht besteht oder bei dem Sie unsicher sind.
| Punkte | Einschätzung | Prioritäre Maßnahme |
|---|---|---|
| 9–10 | Ihre Website ist in guter Verfassung. Fokus auf Inhalte und Traffic-Wachstum. | Conversion Rate optimieren und in SEO oder E-Mail investieren |
| 7–8 | Solides Fundament mit identifizierbaren Lücken. Zuerst die Fehler beheben. | Fehlschlagende Punkte nach Traffic-Impact priorisieren |
| 5–6 | Erhebliche Probleme beeinflussen die Conversion. Ihre Website kostet Sie Leads. | Sofort Speed, Mobile und Vertrauenssignale priorisieren |
| Unter 5 | Ihre Website arbeitet aktiv gegen Sie. Eine strukturelle Überprüfung ist überfällig. | Professionellen Audit einholen und Maßnahmenplan erstellen |
Was zuerst reparieren
Wenn Sie mehrere Schwachstellen identifiziert haben, beheben Sie in dieser Reihenfolge:
- Zuerst Speed und Mobile: Diese betreffen jeden Besucher und jeden Kanal. Speed-Optimierung multipliziert die Wirkung aller anderen Verbesserungen.
- Dann Wertversprechen und CTA-Klarheit: Ohne klare Botschaft und klaren nächsten Schritt verlieren Sie Menschen, die sonst konvertiert hätten.
- Dann Vertrauenssignale: Testimonials und Social Proof schließen die Lücke zwischen Interesse und Handlung. Zuerst auf den meistbesuchten Seiten ergänzen.
- Dann SEO und Analytics: Wenn die Website konvertiert, lässt sich durch bessere Sichtbarkeit und Messung der gesamte Aufwand compoundieren.
- Zuletzt defekte Links und SSL: Meist schnell behoben, aber wichtig für Glaubwürdigkeit und Suchranking.
Wenn Ihr Score unter 6 liegt und Ihre Website nennenswerten Traffic hat, sind die Kosten des Zögerns messbar: Jeder Monat mit einer schlecht performenden Website ist ein Monat, in dem Anfragen zur Konkurrenz gehen.
Professionellen Bericht holen
Diese Checkliste liefert eine Selbstdiagnose. Ein professioneller Website-Audit geht tiefer: Er analysiert Ihre Core Web Vitals anhand echter Nutzerdaten, prüft Ihr technisches SEO, bewertet Ihre Conversion-Pfade an Branchenbenchmarks und identifiziert strukturelle Probleme, die eine Selbstprüfung nicht sieht. Holen Sie sich einen kostenlosen Website-Gesundheitscheck bei webvise: webvise.io/wp-health-report - wir prüfen Ihre Website und schicken Ihnen einen priorisierten Befundbericht, ohne Verpflichtung.
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